Geco-Funktionsweise

Geco-Gartensysteme im Winter

Der erste Schnee, Kälte, Glatteis – höchste Zeit sich mit einer wichtigen Frage zu beschäftigen: Was mache ich im Winter mit meinem Geco-Gartensystem?

Grundsätzlich gibt es mehrere Möglichkeiten und die sind abhängig davon, was ich von meinem Gartensystem will.

Winterruhe

Alle Ökosysteme in unseren Breitengraden legen im Winter eine Erholungspause ein. Das Mini-Ökosystem von Geco-Gardens ist menschengesteuert und wir können entscheiden, ob wir die Erholungspause mitmachen.
Arbeitsschritte wären dann: Technik abschalten und die Würmer frostfrei aber kühl lagern. Denn wenn die Würmer den Winter über im System gelassen werden, erfrieren sie. Der beste Winterplatz für die Wurmkiste ist ein Keller oder eine Garage. Bei den kühlen Temperaturen dort, fahren die Würmer ihren Stoffwechsel herunter und machen Winterruhe. Man kann sie ab und zu füttern und die Wurmkiste nach dem Winter einfach genauso wie sie ist wieder ins System einsetzen. Wer keine Möglichkeit oder keine Lust hat, die Würmer durch den Winter zu bringen, kann sie auch im Herbst „aussetzen“ und im Frühjahr neue bestellen (bei Geco-Gardens oder im Angler-Bedarf).
Geco-Holzsysteme sollten im Winter außerdem gegen Feuchtigkeit geschützt werden.

Winterbepflanzung

Auch im Winter kann man einige Pflanzen anbauen (z.B. Feldsalat oder Kohlsorten). Das Geco-Gartensystem als Ganzes funktioniert bei Dauerfrost allerdings nicht; wie oben schon erwähnt, erfrieren die Würmer. Damit ist der Wasser-Nährstoff-Kreislauf im System unterbrochen. Deshalb gelten bei Winterbepflanzung die selben Arbeitsschritte wie oben: Technik abschalten und Würmer aus dem System nehmen. Das Geco-Gartensystem funktioniert dann wie ein normales Hochbeet mit Winterbepflanzung.

In der Wohnung weiter gärtnern

Für alle, die im Winter nicht auf eigenes, frisches Gemüse verzichten wollen, gibt es noch diese dritte Möglichkeit. Allerdings braucht es dabei mehr, als das Gartensystem einfach in die Wohnung zu stellen. Es muss eine Lösung für die Energie-Bereitstellung gefunden werden. Und in den meisten Fällen brauchen die Pflanzen zusätzliche Beleuchtung. Ein weiterer Knackpunkt ist der Wurmkompost – wer die Wurmkompostierung richtig beherrscht, wird sie auch in der Wohnung geruchlos durchführen können.
Wenn das gegeben ist, kann man mit dem Geco-Gartensystem indoor weiter gärtnern.

Alle drei Möglichkeiten haben ihre Berechtigung. In den ersten beiden Fällen, kann man im Sommer bereits für den Winter vorsorgen und die überschüssige Ernte einkochen, fermentieren oder einlegen. Um im Winter selbst noch frisches Gemüse zu erzeugen, braucht man eine gewisse Gärtner-Erfahrung.

Schreiben Sie uns doch, welche Möglichkeit Sie bevorzugen und welche Infos noch hilfreich wären. Wir sind ständig damit beschäftigt, unsere Garten-Systeme noch besser zu machen. Deshalb führen wir momentan auch eine Crowdfunding-Kampagne durch. Schauen Sie doch mal auf der Website vorbei!

Wurmtee

Wurmtee ist ein Nebenprodukt der Wurmkompostierung. Überschüssiges Wasser sickert im Kompost nach unten und nimmt alles mit, was wasserlöslich ist. Wurmtee ist somit ein flüssiger Bio-Dünger. Er hat die selben Bestandteile wie Wurmlosung aber in konzentrierter Form (Nährstoffe, Pflanzenwachstumshormone, Mikroorganismen). Bevor man ihn auf Pflanzen anwendet, kann man ihn mit bis zu fünf Teilen Wasser verdünnen. Wenn man Leitungswasser verwendet, sollte man es vor dem Mischen eine Stunde stehen lassen, damit das Chlorgas entweicht. Das würde sonst den Mikroorganismen schaden. Der Wurmtee kann dann als Gießwasser oder als Blattdünger (mittels Sprühflasche) verwendet werden.

Für Wurmtee gibt es auch eine andere Herstellungsart: Dabei wird fertiger – also fester – Wurmkompost einige Stunden mit Wasser und Melasse angesetzt und mit Hilfe einer Sauerstoffpumpe belüftet. Dieses „Brauen“ soll aktivere Mikroorganismen hervorbringen.

In beiden Fällen stinkt der Wurmtee. Allerdings nur, bis er auf die Pflanzen aufgetragen wurde. Denn dann kommt er Sauerstoff in Kontakt und verliert seinen schlechten Geruch.

Im Geco-Gartensystem wird der Wurmtee ständig nebenbei genutzt: Er wird aus dem Kompost ausgewaschen, im Wassertank belüftet und über die Wasserpumpe auf die Pflanzwannen verteilt. Weil das so regelmäßig und mit hoher Sauerstoffzufuhr geschieht, stinkt das System überhaupt nicht. Unser Crowdfunding-Video zeigt, wie’s funktioniert.

Warum ist es wichtig, Kreisläufe zu schließen?

In der Natur gibt es in letzter Konsequenz keinen Abfall. Ökosysteme können sich selbst erhalten. Das bedeutet, kein Ökosystem produziert Stoffe, die es nicht wieder zerlegen und neu nutzen – also recyceln – kann. Der Mensch stört dieses No-Waste-Prinzip mit mehreren Handlungen. Erstens: Der Mensch produziert Materialien, die die Natur selbst in Jahrhunderten nicht zerlegen und neu nutzen kann. Damit vermüllt und vergiftet er die Erde. Da die Kapazität der Erde für solche Materialien Grenzen hat und wir zukünftigen Generationen nicht zumuten möchten, auf einem Müll-Planeten zu leben, sollten wir diese Praktiken – so bequem und günstig sie auch sind – beenden und vermehrt auf recycelbare Materialien zurückgreifen.
Zweitens: Der Mensch betreibt Bergbau und entnimmt der Erde dabei Stoffe, die eigentlich für niemanden verfügbar wären. Daran hat der Mensch sich gewöhnt und ganze Industriezweige sind abhängig davon. Die Rohstoffe werden allerdings immer knapper. In Zukunft wird es vermehrt zu Rohstoffengpässen kommen. Darum wird das Recycling dieser Stoffe wichtiger.

Auch die Lebensmittelproduktion ist von diesem Problem betroffen. Die Herkunft mineralischer Dünger für Landwirtschaft und Gärtnerei liegt im Bergbau. Diese Art von Düngern war für die Ertragssteigerungen im letzten Jahrhundert enorm wichtig und auch bei der Versorgung der wachsenden Weltbevölkerung würde man gerne uneingeschränkt darauf zurückgreifen. Aber auch diese Mineralien werden knapp. Und das bedeutet, dass wir sparen müssen.

Geco Gardens baut deshalb auf Nährstoff-Recycling. Nährstoffe aus Bioabfällen werden ins Gartensystem zurückgeführt. Im Prinzip bilden wir ein funktionierendes Ökosystem nach: Wir produzieren Gemüse, Früchte, Salate und Kräuter aus den Nährstoffen der Gemüse-Früchte-Salat-Kräuter-Reste der letzten Saison. Und wir nutzen die Sonne als einzigen Energielieferanten im System. Das macht Geco-Gartensysteme so einzigartig und faszinierend.

Unter Geco-Gartensysteme ↑ gibt es einen Film, in dem wir unser Nährstoff-Recycling mit Bildern erklären.

Was bedeutet „bio“?

Was ist eigentlich ein Bio-Lebensmittel konkret?

In diesem kurzen Artikel möchten wir den Unterschied zwischen „bio“ und „nicht-bio“ im Bezug auf den Düngemittel-Einsatz erklären. Im Prinzip kann man auf zwei verschiedene Arten düngen: Synthetisch oder organisch.

Was ist der Unterschied? Synthetische Düngemittel werden von Menschen hergestellt (also „künstlich“, darum auch „Kunstdünger“). Man verwendet dafür chemische und physikalische Verfahren. Organische Düngemittel entstehen durch Verrottung von Biomasse in der Natur mit Hilfe von kleinen Säugetieren, Würmern, Insekten und Mikroorganismen. Ein Beispiel für einen organischen Dünger ist Wurmkompost.
Ein großer Nachteil der synthetischen Dünger ist der immense Energieaufwand, der für ihre Herstellung nötig ist (u.a. beim sogenannten „Haber-Bosch-Verfahren“ zur Ammoniak-Herstellung). Kompostwürmer hingegen machen aus Bioabfällen ohne Einsatz fossiler Energie und ohne negative Nebeneffekte, völlig kostenlos wertvollen Dünger. Da ist es unverständlich, warum das so wenig genutzt wird. Insbesondere beim privaten, klein strukturierten Gärtnern. Dass aus Biomüll so einfach hochwertiger Bio-Dünger wird, kann sogar in der Stadt genutzt werden. (Wie? – Zum Beispiel so) Wenn mehr Menschen auf synthetische Dünger verzichten und stattdessen auf die Wurmkompostierung zurückgreifen, ist für das Klima und für ihren persönlichen Geldbeutel viel gewonnen.

Das Wurmkompost-Prinzip nutzen wir bei unseren Geco-Gartensystemen. Das ist nicht nur umweltschonend, sondern auch sehr bequem für die Geco-Gärtner: Keine zusätzlichen Ausgaben für Dünger, direktes Recycling des eigenen Bioabfalls und genaues Wissen darüber wie und womit die eigenen Lebensmittel gewachsen sind.

Diese Vorteile möchten wir für mehr Menschen verfügbar machen und deshalb läuft im Moment unsere Crowdfunding-Kampagne.

Kompostwürmer

Die Kompostwürmer (Eisenia foetida) werden bis zu 9 cm lang und wiegen 0,5 bis 0,6 Gramm. Sie fressen organische Abfälle und mineralische Erde und produzieren dabei den Wurmkompost. Jeder Wurm frisst täglich eine Menge, die der Hälfte seines eigenen Körpergewichts entspricht. Aus 5 Litern Küchenabfällen entsteht so knapp 1 Liter Wurmkompost.

Wichtig ist die richtige Zusammensetzung und Menge der Nahrung – dies sorgt für das Wohlbefinden der Würmer, eine hohe Aktivität und letztendlich für einen ausgewogenen Nährstoffgehalt in Wurmkompost und der organischen Nährlösung im Geco-Gartensystem:

KompostwurmKompostwürmer beim EinsetzenKompostwürmer

Das richtige Kompostmaterial

  • Geeignetes Kompostmaterial: Obst- und Gemüseschalen, -stengel und -reste, Kaffeesatz, Tee (ohne Etikett), Eierschalen, Brotreste, Schnittblumen, Laub, Topfpflanzenreste- und Erde, zerkleinerter Baum- und Strauchschnitt, trockenes Gras, …
  • In geringem Umfang geeignet: Zitrusfrüchte und Bananenschalen, Kleintiereinstreu, Knoblauch- und Zwiebelschalen, Papier, frischer Rasenschnitt, Unkraut, Haare und Federn, Holzasche, …
  • Ungeeignetes Material: Pflanzen(-reste/-abfälle) mit Pestizid-, Fungizid- und/oder Herbizidrückständen, Kranke- und von Schädlingen befallene Pflanzenteile, öl- und fetthaltige Küchenabfälle, gekochte Speisereste, Fleisch- und Fischreste, Knochen, tierische Abfälle, Butter, Käse, Salz, Straßenkehricht, Haustierkot, Asche von Kohle und Briketts, beschichtetes/bedrucktes Papier, …

StrohRohkompostGartenabfälle

Das Leben der Kompostwürmer

Die Kompostwürmer haben keine hohen Ansprüche. Wenn sie aber nicht genug, zu trockene oder zu feuchte Nahrung bekommen, wird es ungemütlich für sie. Gegenüber heißen Temperaturen (> 30°C) sind sie empfindlich. Es empfiehlt sich daher, den Kompost an einem schattigen Platz zu haben. Im Geco-Gartensystem erfolgt die Beschattung durch die daneben und darüber liegenden Pflanzwannen.

Am wohlsten fühlen sich die Würmer in feuchter Umgebung bei 20°C. Unter diesen Bedingungen fressen sie nicht nur am meisten, sondern vermehren sich auch. Ausgewachsene Würmer (> 12 Wochen, erkennbar am Clitellum / heller Gürtel am Vorderende) legen von Frühjahr bis Herbst bis zu 100 Kokons mit durchschnittlich 3,5 Würmchen ab (unter Laborbedingungen). Kompostwürmer sind Zwitter und befruchten sich wechselseitig. Ein Wurm kann so pro Jahr bis zu 350 Nachkommen produzieren. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 2 bis 6 Jahren.

Kompostwürmer im Winter

Bei Temperaturen unter 0°C sollten die Würmer im Geco-Gartensystem an einen frostsicheren Platz gebracht werden, da sie sich nicht wie in der Natur in frostfreie Erdschichten graben können.

Die Würmer können wunderbar im Haus gehalten werden. Keine Sorge: Würmer stinken nicht und sie brechen auch nicht aus. Eine „Wurm“-Kiste ist schnell gefunden – ein größerer Pflanztopf, einen Eimer,  Kunststoff- oder Holzkiste. Das Behältnis einfach mit einer Bodenschicht aus feuchtem Stroh oder feuchter Pappe, gefolgt von einer Schicht Rohkompost aus dem Gartensystem und einer Schicht Bioabfall befüllen. Regelmäßig mit weiterem Bioabfall füttern und feucht (nicht nass) halten. Wenn sie in einem Glasgefäß gehalten werden, kann man sie zusätzlich wunderbar bei ihrer „Arbeit“ beobachten – das ist nicht nur für Kinder interessant. Fruchtfliegen können durch feuchte Pappe oder ein feuchtes Vlies als Abdeckschicht ferngehalten werden.

Wer sich nicht mit dem Gedanken anfreunden kann, Würmer in der Wohnung zu halten, kann sie im Herbst einfach auf einer Fläche aussetzen wo sie sich schnell eingraben können, z.B. auf einer Wiese, neben einem Baum oder am Waldrand. Würmer sind ortstreu, d.h. Sie können die Würmer oder deren Nachkommen im nächsten Frühjahr wieder „fangen“ und erneut im Gartensystem verwenden.

Wurmkompostierung – Bester Pflanzendünger aus den eigenen Bioabfällen

Im Geco-Gartensystem verwandeln Kompostwürmer (Eisenia foetida) die eigenen Bioabfälle in besten, natürlichen Dünger. Was die Kompostwürmer ausscheiden, ist für die Pflanzen goldwert!

Kompostmaterial       Wurmkompostierung       Wurmkompost

Im Gegensatz zur „normalen“ Kompostierung,  verläuft die Wurmkompostierung schneller und der Kompost muss nicht umgelagert werden, da die Würmer die Durchmischung des Materials selbst übernehmen. Dabei entsteht zudem ein viel höherwertiges Produkt:

Wurmlosung – bester natürlicher Dünger

Die sogenannte Wurmlosung (Ausscheidungen der Würmer) enthält alle essentiellen Makro- und Mikronährstoffe für die Pflanzen. Zusätzlich erhöht die Wurmlosung den pH-Wert sowie den organischen Kohlenstoffgehalt (Humus). Letzteres wiederum verbessert den Wasser- und Lufthaushalt des Boden. Dadurch wird das Wurzelwachstum angeregt, die Nährstoffaufnahme erleichtert und die Stressbewältigung verbessert, sodass gesunde, produktive Pflanzen wachsen.

Zusätzlich beinhaltet die Wurmlosung natürliche Pflanzenwachstumshormone und eine Reihe günstiger Bodenmikroorganismen. Diese Mikroorganismen sind natürliche Wachstumsförderer. Sie machen die Nährstoffe pflanzenverfügbar und hemmen Pflanzenkrankheiten. Sowohl der feste Wurmkompost als auch die daraus gewonnene organische Nährlösung haben diese positiven Effekte auf Nutzpflanzen. Sogar eine Steigerung der Ernährungsqualität wurde bei einigen Gemüsearten (z.B. Tomaten, Spinat, Erdbeeren, Chinakohl, Kopfsalat) nachgewiesen.

FAQs zur Wurmkompostierung

Der Prozess der Wurmkompostierung verläuft völlig geruchlos. Geruchsbildung ist ein Anzeichen dafür, dass etwas schief läuft. Falsche Fütterung des Kompostes zählt zu den häufigsten Ursachen. Schalen von Zitrusfrüchten und Bananen sowie Speisereste, Fleischabfälle oder ölige Salatreste sind schwerer abbaubar und beginnen zu faulen (Geruchsbildung!) bevor die Würmer diese zersetzen können. Zu dicht gepacktes Kompostmaterial setzt den Würmern ebenfalls zu, da zu wenig Luft vorhanden ist. Diese Fehler sind einfach zu beheben und sollten bei richtiger Futterzusammensetzung und -menge gar nicht erst auftreten.

Bei richtiger und regelmäßiger Fütterung bietet der Wurmkompost optimale Lebensbedingungen für die Würmer. Die bleiben im Inneren – geschützt vor Hitze, Kälte und Trockenheit sowie Fressfeinden (z.B. Vögel) – und verlassen den Kompost nicht.